Allgemein, Beizverfahren, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Pflanzenfarben, Veranstaltungen

Brauchtumstag waschen, bleichen, färben, Gruberhof, Gross-Umstadt, Südhessen

Von der Faser zum Gewand

Der Gruberhof, eine alte Hofreite in 64823 Groß-Umstadt, Raibacher Tal 22, wird seit 1987 als Museum und Kulturzentrum genutzt und erfreut sich Jahr für Jahr großen Zuspruchs. Er beherbergt eine überregional bedeutsame und einmalige Sammlung aus Landwirtschaft, Handwerk und Geschichte. Die Brauchtumsveranstaltungen in diesem Jahr stehen unter dem Schwerpunktthema “Leute machen Kleider – Kleider machen Leute” oder: “Von der Faser zum Gewand.”

 

Samstag und Sonntag 27./28. August 2011, Brauchtumstag waschen, bleichen, färben

jeweils von 11 bis 18 Uhr

Auf dem Programm stehen waschen, bleichen, färben, Kraut schneiden, backen, essen – und eine große Modenschau.

Allgemein, Färben von Stoffen, Färbergarten, Färberpflanzen, Pflanzenfarben

Färben mit Naturfarben – Sonnenhut, Rudbeckia spec., Färberpflanze

Färbepflanze Sonnenhut – Wolle färben mit Pflanzenfarben

engl.: Black eyed Susan, fr.: Rudbeckie, it.: Rudbeckia, span.: Rudbeckia

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)

Rudbeckia laciniata, Sonnenhut, Färbepflanze Der Sonnenhut stammt aus Nordamerika. Nebenstehende Abbildung zeigt eine der vielen Arten der Gattung Rudbeckia, nämlich den Schlitzblättrigen Sonnenhut, Rudbeckia laciniata.

Färbeeigenschaften

Hauptfarbstoffe: Flavonoide

Pflanzenfarben gewonnen aus Sonnenhutarten wurden von den Indianern in Nordamerika bereits zum Färben von Körben und Textilien verwendet. Die Färbung hat eine gute Lichtechtheit. Die Mehrzahl der Sonnenhutarten färbt Wolle in Tönen von gelb über oliv bis hin zu braun. Von der Pflanze werden die Blütenblätter, ganze Blüten oder Blüten, Blätter und Stängel verwendet. Die Färbungen haben relativ häufig einen Einschlag ins Grüne.

Schlitzblättriger Sonnenhut, Rudbeckia laciniata

Die ganzen Blüten sollen alaungebeizte Wolle grüngelb färben

Schwarzäugige Rudbeckie, Rudbeckia hirta

Die Blütenblätter färben alaungebeizte Wolle gelb. Die ganzen Blüten haben bei der Färbung eventuell einen Grünstich.

Leuchtender Sonnenhut, Rudbeckia fulgida

Die Blütenbätter färben alaungebeizte Wolle gelb. Die ganzen Blüten färben olivgrün.

Dreilappiger Sonnenhut, Oktober-Sonnenhut, Rudbeckia triloba

Die Blütenblätter und Blüten sollen gelb färben. Teilweise wird als Beizmittel das giftige Chrom angegeben. Bei mit Alaun vorgebeizter Wolle könnte sich ein Grünstich ergeben.

Verarbeitung

Gepflückt wird die offene Blüte. Die frischen oder getrockneten Pflanzenteile werden über Nacht eingeweicht und am nächsten Tag eine Stunde gesiedet. Für 100 g trockene Wolle werden 400 g frisches Pflanzenmaterial benötigt.

Medizinische Verwendung

Einige Rudbeckia-Arten wie Rudbeckia laciniata und Rudbeckia hirta wurden von den Indianern in Nordamerika medizinisch genutzt.

Allgemein, Veranstaltungen

Gesundes Leben mit (durch) Kräuter – Rhein-Main-Kräutertage-Initiative, 4.09.2011, Frankfurt

Die Rhein-Main-Kräutertage-Initiative veranstaltet 4. September 2011, 11.00 bis 17.00 Uhr in Frankfurt, Mainäppelhaus, Am Lohrberg, Klingenweg 90 in diesem Jahr wieder ein Kräutertag.
Nachfolgend das Programm:

Rhein-Main-Kräutertage 2011

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Faserpflanzen, Pflanzenfarben

Stoff leuchtend gelb färben mit natürlichen Färbemitteln: Datisca cannabina, Scheinhanf, Färberpflanze

Datisca cannabina, Scheinhanf,
Naturfarbe für Wolle, Seide, Baumwolle und Leinen

engl.: Acalbir, False hemp., fr.: Chanvre bâtard, it.: Datisca, span.: Datisca

Pflanzenfamilie: Datiscaceae

Herkunft: Ostasien, Kreta

Traditionelle Verwendung: Indien

Färbeeigenschaften

Hauptfarbstoffe: Flavonoide
Farbstoffe: Datiscetin, Kämpferol, Quercetin, Galangin

Mit den Wurzeln, Blättern und Zweigen des im Spätsommer geernteten Scheinhanfes wird alaungebeizte Wolle, Seide, Baumwolle und Leinen leuchtend gelb gefärbt. Die Färbung kann auch ohne Vorbeize ausgeführt werden. Die Färbung ist waschecht, die Lichtechtheit ist begrenzt. Zur Färbung werden mindestens 250 % Färbematerial bezogen auf das Gewicht der Wolle benötigt.

Kulturelle Nutzung

Aus den Stängeln des Scheinhanfs können Fasern gewonnen werden.

Medizinische Verwendung

Blätter und Stängel haben fiebersenkende und abführende Wirkung.

Datisca cannabina wird als homöopathisches Mittel verwendet.

 

Allgemein, Buch Färberpflanzen, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Malen mit Pflanzenfarben, Pflanzenfarben

Mit Pflanzenfarben natürlich färben – Färberpflanzen im Monat August

Stoff färben mit Naturfarben im August – welche Färberpflanzen stehen zur Verfügung?

Im August stehen viele Färbepflanzen zur Verfügung , aus denen Pflanzenfarben gewonnen werden können, die zum Färben von Wolle oder Naturfaserstoff, zum Malen und für Kosmetik oder Seifen verwendet werden können. Die Färbeeigenschaften dieser Färberpflanzen sind im Detail beschrieben im Buch Prinz, Eberhard “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin”
Oft stehen zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Pflanzenteile einer Pflanze zur Verfügung, die zum Färben verwendet werden können. Zum Beispiel färbt die Mahonienwurzel im Frühjahr gelb und im Sommer färben die Mahonienfrüchte blau. Sehr ergiebig sind im August die Heide, Goldrute und Schilfblüte.

Liste Färbepflanzen im August

 

Buch Eberhard Prinz, Färbepflanzen

Botanischer Name

Volkstümlicher Name


Achillea millefolium, Schafgarbe, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Achillea millefolium Schafgarbe

Alcea rosea, Schwarze Malve, Stockrose, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Alcea rosea Schwarze Malve, Stockrose

Alchemilla vulgaris, Frauenmantel, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Alchemilla vulgaris Frauenmantel

Alkanna tinctoria, Alkannawurzel, Ochsenzunge, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Alkanna tinctoria Alkannawurzel, Ochsenzunge

Aronia melanocarpa, Schwarze Apfelbeere, Färberpflanze, Färbepflanze 	Pflanzenfarben,  färben
Aronia melanocarpa Schwarze Apfelbeere

Calendula officinalis, Ringelblume, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Calendula officinalis Ringelblume

Calluna vulgaris (Kraut), Heidekraut, Besenheide, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Calluna vulgaris (Kraut) Heidekraut, Besenheide

Carthamus tinctorius, Saflor, Färber- oder Öldistel, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Carthamus tinctorius Saflor, Färber- oder Öldistel

Coreopsis tinctoria, Färber-Mädchenauge, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Coreopsis tinctoria Färber-Mädchenauge

Cuscuta europaea Europäische Seide, Nessel-Seide, Teufelszwirn, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Cuscuta europaea Europäische Seide, Nessel-Seide, Teufelszwirn

Datisca cannabina, Scheinhanf, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Datisca cannabina Scheinhanf
Dahlia spec., Dahlie, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt Dahlia spec. Dahlie

Dryopteris filix-mas, Wurmfarn, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Dryopteris filix-mas Wurmfarn

Equisetum arvense, Ackerschachtelhalm, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Equisetum arvense Ackerschachtelhalm

Fallopia japonica, Japanischer Staudenknöterich, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Fallopia japonica, Japanischer Staudenknöterich

Helianthus annuus, Sonnenblume, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Helianthus annuus Sonnenblume

Hypericum perforatum (Kraut), Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Hypericum perforatum (Kraut) Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu

Inula helenium, Echter Alant, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Inula helenium Echter Alant

Isatis tinctoria, Waid, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Isatis tinctoria Waid

Mahonia aquifolium, Mahonie, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Mahonia aquifolium Mahonie

Origanum vulgare, Dost, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Origanum vulgare Dost

Phragmites australis, Schilf, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben, färben
Phragmites australis Schilf

Polygonum tinctorium, Färberknöterich, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Polygonum tinctorium Färberknöterich

Prunus spinosa (Früchte), Schwarzdorn, Schlehe, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Prunus spinosa (Früchte) Schwarzdorn, Schlehe

Rubus fruticosus, Brombeere, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Rubus fruticosus Brombeere

Rudbeckia spec., Sonnenhut, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Rudbeckia spec., Sonnenhut

Rumex acetosa, Großer Ampfer, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Rumex acetosa Großer Ampfer

Salvia officinalis, Salbei, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Salvia officinalis Salbei

Serratula tinctoria, Färberscharte, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Serratula tinctoria Färberscharte

Stachys officinalis, Heilziest, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Stachys officinalis Heilziest

Solidago canadensis, Kanadische Goldrute, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Solidago canadensis Kanadische Goldrute

Tagetes erecta, Tagetes, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Tagetes erecta Tagetes

Tagetes patula, Sammetblume, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Tagetes patula Sammetblume

Tanacetum vulgare, Rainfarn, Wurmkraut, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Tanacetum vulgare Rainfarn, Wurmkraut

Thymus serpyllum, Quendel, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Thymus serpyllum Quendel

Tropaeolum majus, Kapuzinerkresse, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Tropaeolum majus Kapuzinerkresse

Vitis vinifera, Rebe, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Vitis vinifera Rebe

 

Weitere Informationen

Färberpflanzen für Naturfasern – Wolle und Seide, Baumwolle, Leinen
Stoff färben mit Naturfarben – die Färberpflanzen im Monat Juli
Welche Färberpflanzen bietet die Natur im Monat September?

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Pflanzenfarben, Veranstaltungen

Preisfrage mit Preisauslobung: Leinen Rot-Färben mit Teufelszwirn, (Cuscuta europaea)

Preisfrage mit Preisauslobung
Leinen Rot-Färben mit Teufelszwirn, wie die alten Schweden? (Cuscuta europaea)

Der Teufelszwirn oder die Nesselseide, Cuscuta, ist ein Schmarotzer und kann in der Landwirtschaft, insbesondere in den Tropen große Ernteausfälle anrichten und ist deshalb gefürchtet.
Eine Art, die Flachsseide, Cuscuta epilinum, hat in unseren Breiten häufig den Flachsanbau mit großen Ernteschäden zunichte gemacht.

Färben von Garn und Stoff mit der Pflanzenfarbe des Teufelszwirns

Mit Alaun vorgebeizte Wolle kann leuchtend gelb, unter Umständen mit leichtem Grünstich, gefärbt werden.
Mit Zinnbeize, die allerdings giftig und umweltschädlich ist, lässt sich Orange erzielen.
In Schweden wurde auf dem Land Leinen mit Cuscuta europaea hellrot bis schwach purpurrot gefärbt.
Teufelszwirn findet sich häufig in Ufernähe von Flüssen. Da wo er wächst gibt es ihn zumeist in großen Mengen. Deshalb lässt er sich rasch sammeln.

Erwähnt wird die Rotfärbung mit Cuscuta europaea im Buch: Linder, Johan, Swenska Färge-Konst , 1720.
Die Rezeptur für die Rotfärbung mit Nesselseide ist verlorengegangen.
 

Aufgabe

Genaue Rezeptur zum Färben von hellrot bis schwach purpurrot ohne Giftbeizen wie Zinn- und Chrombeizen für Cuscuta europaea um Leinen hellrot bis schwach purpurrot zu färben.
 

Preis

Erster der die Rezeptur nachweislich hinbekommt, wie die Schweden mit Cuscuta europaea Leinen hellrot bis schwach purpurrot zu färben und mir Färbeergebnis und Rezeptur zusendet, erhält als Preis mein Buch
Prinz, Eberhard, Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin Stuttgart, 2009.
Zeitraum der Preisauslobung bis November 2012.
 

Kontakt

Kontakt Eberhard Prinz
 

Weitere Informationen

Färben mit Teufelszwirn
 
 

Bilder Teufelszwirn

Nesselseide, Cuscuta europaea

 

Teufelszwirn auf Brennnessel, Cuscuta europaea auf Urtica dioica Teufelszwirn auf Brennnessel, Cuscuta europaea auf Urtica dioica

Teufelszwirn auf Brennnessel, Cuscuta europaea auf Urtica dioica

Allgemein, Buch Färberpflanzen, Färben von Stoffen, Färbergarten, Färberpflanzen, Faserpflanzen, Pflanzenfarben, Veranstaltungen

Färber- und Handwerkerfest Neckeroda, Samstag 27.08.2011

Färberfest Neckeroda

Alljährlich am letzten August-Wochenende, in diesem Jahr am Samstag 27.08.2011, 10 – 18 Uhr findet in Neckeroda, Thüringen das Färber- und Handwerkerfest statt.

Dabei steht die Tradition des Färbens mit Naturmaterialien, insbesondere mit Pflanzenfarben, im Mittelpunkt. Färberinnen und Färber aus ganz Deutschland und teilweise aus dem Ausland zeigen ihr Handwerk.
Weitere Handwerker wie z.B. Töpfer, Seiler, Spinnstuben, Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte zeigen ihr Können.

Färbergarten Neckeroda

Darüberhinaus ist in Neckeroda ein Färbergarten angelegt, der als Schau- Nutz- und Lehrgarten für Färberpflanzen genutzt wird.

Allgemein, Beizverfahren, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Pflanzenfarben

Baumwoll-Stoff mit Naturfarben färben

Färben von Baumwolle mit Pflanzenfarben

Baumwolle, Gossypium, Samenhaare Voraussetzung für ein Färben von Baumwollstoffen ist das gründliche Waschen des Textils.
Es empfiehlt sich die Baumwolle vor dem Färben mit Soda (Na₂CO₃, Natriumcarbonat) eine Stunde zu sieden. Es werden 15 g Soda pro 100 g trockener Faser verwendet. Anschließend wird das Ganze über Nacht auskühlen lassen und am nächsten Tag ausgespült.

Das Färben funktioniert mit Garn und mit Stoff.

Sammenkapseln der Baumwolle

 

Färben von Baumwolle mit Pflanzenfarben ohne Beize

Baumwolle lässt sich mit einigen Färbepflanzen direkt ohne Beize färben.
 
 

Färben von Baumwolle mit Pflanzenfarben mit Beizenfärbung

Beim Färben mit pflanzlichen Beizenfarbstoffen kann Baumwolle mit Aluminiumverbindungen gebeizt werden.

Bauwollstoff mit Holunder gefärbt, Sambucus nigra Man benötigt dazu keine Tannine, wie z.B. Tara. Tara-Gerbstoff wird aus den Fruchtschoten des kleinwüchsigen Tarabaumes, Caesalpina spinosa, gewonnen und kommt hauptsächlich aus Peru.
Früher wurde Baumwolle bei Beizenfärbung sowohl alauniert als auch tanniert und das oft in mehreren Stufen. Das Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung hat untersucht, dass bei Baumwollfärbungen mit aluminiumhaltigen Beizen wie Aluminiumformiat sehr gute Ergebnisse erzielt werden können. Die Kaltbeize AL basiert auf Aluminiumformiat.
Holunderfärbung auf Baumwolle
Sambucus nigra, Alter 3 Jahre

 

Im Allgemeinen verschieben sich durch das Beizen mit Tanninen die Farbtöne bei der Pflanzenfärbung oft ins Bräunliche.

Färbevorgang von Baumwolle mit Pflanzenfarben

Eine Reihe von Färberpflanzen, die sich zum Färben von Wolle eignen, erzielen auf Baumwolle eher bescheidene Ergebnisse. Es gilt möglichst Färberpflanzen mit Tanninanteil zu verwenden. Ansonsten verläuft der Färbevorgang wie bei Wolle. Allerdings unterscheiden sich die erzielten Farbtöne bei Baumwolle stark von einer entsprechenden Wollfärbung. Insgesamt ist die Färbung auf Baumwolle im Allgemeinen blasser.
Pflanzenfarben für Baumwolle

Historie

Die baumwollverarbeitende Industrie entwickelte sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts stürmisch. Zum Färben der Baumwolle wurden verstärkt Farbhölzer aus den überseeischen Kolonien importiert. Die Mehrzahl der gängigen Farbhölzer hat eine hohe Färbekraft und meist einen erhöhten Tanningehalt. Deshalb wurden sie bevorzugt für Baumwollfärbungen eingesetzt und verdrängten zunehmend die einheimischen Färbepflanzen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verdrängten dann die synthetischen Farben, die großtechnisch hergestellt werden konnten, auch die Farbhölzer und den pflanzlichen Indigo.

Informationen zum Beizen von Baumwolle

Das Beizen von Pflanzenfasern scheint ein schwieriges Kapitel zu sein, da sehr viele widersprüchliche Informationen zu lesen sind. In einigen Artikeln habe ich einen Überblick gegeben:
Beizen von Naturfasern und Textilien zum Färben mit Pflanzenfarben – Zusammenfassung mehrerer Beizverfahren auf Aluminiumbasis

Weitere Informationen

Stoffe färben mit Naturfarben (Pflanzenfarben)
Mit Pflanzen auf Naturfasern ganz natürlich färben
Blüte der baumartigen Baumwolle, Gossypium herbaceum
Blüte der baumartigen Baumwolle, Gossypium aboreum
 
 

Allgemein, Buch Färberpflanzen, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Malen mit Pflanzenfarben, Pflanzenfarben

Stoff färben mit Naturfarben – die Färberpflanzen im Monat Juli

Stoff natürlich färben mit Pflanzenfarben im Juli

Im Juli stehen in der Natur viele Färbepflanzen zur Verfügung, aus denen Pflanzenfarben gewonnen werden können, die zum Färben von Wolle, Naturfaserstoff, zum Malen, für Kosmetik oder Seifen verwendet werden können. Die Färbeeigenschaften dieser Färberpflanzen sind im Detail beschrieben im Buch Prinz, Eberhard “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin”
Oft stehen zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Pflanzenteile einer Pflanze zur Verfügung, die zum Färben verwendet werden können. Sehr ergiebig sind zu dieser Zeit noch die verschiedenen Wiesenkräuter auf nicht gemähten Wiesen.
 

Tabelle Färbepflanzen im Juli

 

Buch Eberhard Prinz, Färbepflanzen

Botanischer Name

Volkstümlicher Name


Achillea millefolium, Schafgarbe, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Achillea millefolium Schafgarbe

Agrimonia eupatoria, Odermennig, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Agrimonia eupatoria Odermennig

Alcea rosea, Schwarze Malve, Stockrose, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Alcea rosea Schwarze Malve, Stockrose

Alchemilla vulgaris, Frauenmantel, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Alchemilla vulgaris Frauenmantel

Anthemis tinctoria, Färberkamille, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Anthemis tinctoria Färberkamille

Calendula officinalis, Ringelblume, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Calendula officinalis Ringelblume

Carthamus tinctorius, Saflor, Färber- oder Öldistel, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Carthamus tinctorius Saflor, Färber- oder Öldistel

Chelidonium majus, Schöllkraut, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Chelidonium majus Schöllkraut

Coreopsis tinctoria, Färber-Mädchenauge, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Coreopsis tinctoria Färber-Mädchenauge

Cuscuta europaea Europäische Seide, Nessel-Seide, Teufelszwirn, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Cuscuta europaea Europäische Seide, Nessel-Seide, Teufelszwirn

Daucus carota, Gartenmöhre, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Daucus carota Gartenmöhre

Datisca cannabina, Scheinhanf, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Datisca cannabina Zugriff ab 8.8. Scheinhanf

Dryopteris filix-mas, Wurmfarn, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Dryopteris filix-mas Wurmfarn

Echium vulgare, Blaue Ochsenzunge, Natternkopf, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Echium vulgare Blaue Ochsenzunge, Natternkopf

Equisetum arvense, Ackerschachtelhalm, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Equisetum arvense Ackerschachtelhalm

Fallopia japonica, Japanischer Staudenknöterich, Färberpflanze, Färbepflanze 	Fallopia japonica, Japanischer Staudenknöterich, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben
Fallopia japonica Japanischer Staudenknöterich

Filipendula ulmaria (Kraut), Echtes Mädesüß, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Filipendula ulmaria (Kraut) Echtes Mädesüß

Filipendula ulmaria (Pflanze), Echtes Mädesüß, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Filipendula ulmaria (Pflanze) Echtes Mädesüß

Galium verum, Echtes Labkraut, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Galium verum Echtes Labkraut

Hypericum perforatum (Kraut), Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Hypericum perforatum (Kraut) Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu

Hypericum perforatum (Pflanze), Johanniskraut-Art, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Hypericum perforatum (Pflanze) Johanniskraut-Art

Inula helenium, Echter Alant, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Inula helenium Echter Alant

Isatis tinctoria, Waid, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Isatis tinctoria Waid

Lycopus europaeus, Gemeiner Wolfstrapp, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Lycopus europaeus Gemeiner Wolfstrapp

Mahonia aquifolium, Mahonie, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Mahonia aquifolium Mahonie

Matricaria recutita, Echte Kamille, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Matricaria recutita Echte Kamille

Mentha longifolia, Roßminze, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Mentha longifolia Roßminze

Myrrhis odorata, Duftende Süßdolde, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Myrrhis odorata Duftende Süßdolde

Origanum vulgare, Dost, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Origanum vulgare Dost

Phragmites australis, Schilf, Färberpflanze, Färbepflanze, Pflanzenfarben,  färben
Phragmites australis Schilf

Ribes nigrum, Schwarze Johannisbeere, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Ribes nigrum Schwarze Johannisbeere

Rumex acetosa, Großer Ampfer, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Rumex acetosa Großer Ampfer

Ruta graveolens, Gartenraute, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Ruta graveolens Gartenraute

Salvia officinalis, Salbei, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Salvia officinalis Salbei

Stachys officinalis, Heilziest, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Stachys officinalis Heilziest

Tagetes erecta, Tagetes, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Tagetes erecta Tagetes

Tagetes patula, Sammetblume, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Tagetes patula Sammetblume

Teucrium chamaedrys, Edelgamander, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Teucrium chamaedrys Edelgamander

Tropaeolum majus, Kapuzinerkresse, Färberpflanze, Färbepflanze 	Pflanzenfarben,  färben
Tropaeolum majus Kapuzinerkresse

Verbascum densiflorum, Großblumige Königskerze, Färbepflanze, Färberpflanze, Pflanzenfarben,  färben, Klostergarten Seligenstadt
Verbascum densiflorum Großblumige Königskerze

 

Weitere Informationen

Färberpflanzen für Naturfasern – Wolle und Seide, Baumwolle, Leinen
Mit Pflanzenfarben natürlich färben – Färberpflanzen im Monat August

Allgemein, Blaufärben/Indigo, Buch Färberpflanzen, Färben von Stoffen, Färbergarten, Färberpflanzen, Historie, Pflanzenfarben

Führung und Vortrag Färberpflanzen im Klostergarten Seligenstadt

Am Donnerstag 7.7.2011, 19.30h fand im Rahmen „Männertreffs” der Ev. Kirchengemeinde in Dieburg die Exkursion zum Klostergarten Seligenstadt mit Vortrag und Führung „Färberpflanzen und Pflanzenfarben” mit dem Referenten Eberhard Prinz statt.

Klostergarten Seligenstadt, Färbergarten, Arzneigarten, Färbepflanzen
In der Gartenanlage des Klostergartens Seligenstadt sind rund 100 Färberpflanzen zu finden.
Fast alle Färberpflanzen waren gleichzeitig auch traditionelle Heilpflanzen. Viele dieser Pflanzen werden auch heute noch in Phytotherapie und Homöopathie eingesetzt. Im Klostergarten Seligenstadt  sind außer einem Arzneipflanzengarten auch Beete mit Färberpflanzen angelegt. Die bedeutendsten Färberpflanzen wurden besichtigt und im Detail vorgestellt.

Anschließend folgte eine Führung durch Klosterapotheke und Prälatur

Führung und Vortrag Färberpflanzen, Klostergarten Seligenstadt

Führung und Vortrag Färberpflanzen, Klostergarten Seligenstadt

Historische Ansicht Kloster Seligenstadt

Historische Ansicht Kloster Seligenstadt

Klosterapotheke, Offizin, Seligenstadt

Klosterapotheke, Offizin, Kloster Seligenstadt

Weitere Informationen

Halbjahresprogramm 2011 des Männertreff Dieburg
Färberpflanzen im Klostergarten Seligenstadt am Main

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Faserpflanzen, Pflanzenfarben

Pflanzenfärbung von heimischen und tropischen Naturfasern

Wichtige Faserpflanzen zur Gewinnung von Naturfasern

Die wichtigsten Faserpflanzen zur Gewinnung von Pflanzenfasern sind folgende Nutzpflanzen, deren Fasern alle mit Pflanzenfarben gefärbt werden können:

Tabelle Faserpflanzen

Faserpflanze Name Botanischer Name
Agave sisalana, Sisal, Faserpflanze Sisal (Agave sisalana)
Ananas comosus Ananas (Ananas comosus)
Boehmeria nivea, Ramie, Faserpflanze Ramie (Boehmeria nivea)
Ceiba pentandra, Kapok, Faserpflanze Kapok (Ceiba pentandra)
Cocos nucifera, Kokos, Faserpflanze Kokos (Cocos nucifera)
Corchorus capsularis, Jute, Faserpflanze Rundkapsel-Jute (Corchorus capsularis)
Cannabis sativa, Hanf, Faserpflanze Hanf (Cannabis sativa)
Hibiscus cannabinus, Kenaf, Faserpflanze Kenaf (Hibiscus cannabinus,)
Baumwolle, Gossypium aboreum, Faserpflanze Baumwolle (Gossypium spec.)
Hibiscus sabdariffa, Rosellehanf, Faserpflanze Roselle-Hanf (Hibiscus sabdariffa)
Linum usitatissimum, Lein, Flachs, Faserpflanze Lein (Linum usitatissimum)
Musa textilis, Manilahanf, Faserbanane, Abacá, Faserpflanze Manilahanf, Faserbanane, Abacá (Musa textilis)
Urena lobata, Kongojute, Faserpflanze Kongojute (Urena lobata)

Die Bilder wurden in den Botanischen Gärten Darmstadt, Mainz und München und im Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen, Witzenhausen aufgenommen.

Nutzung der Faserpflanzen

Die Faserpflanzen werden unterschiedlich und oft vielfach genutzt.
Aus den Fruchtfasern der Baumwollsamenkapseln, den Stängelfasern von Flachs, Hanf und Ramie und den Blattfasern von Ananas können Gewebe (Stoffe) hergestellt werden. Hanf wird auch für Seile, Schnüre verwendet und war früher wichtig zur Herstellung von Segeln für die Schifffahrt. Aus den Samen von Flachs und Hanf und Baumwolle wird Öl gewonnen. Aus den Blattfasern von Sisal werden Seile und Teppiche hergestellt. Die Wäscheleinen waren früher aus Sisal. Aus den Fruchtfasern Kokos werden Seile, Teppiche, Fußmatten und Geotextilien hergestellt. Die Samenfasern von Kapok verleihen als Füllung von Schwimmwesten deren Auftrieb im Wasser. Aus den Bastfasern Jute und Kenaf, Kongojute, Roselle-Hanf werden Seile, grobe Garne, teilweise Säcke und Verpackungen erzeugt

Färben der aus Faserpflanzen gewonnen Garne und Textilien

Grundsätzlich können die Fasern oder die daraus gewonnenen Produkte aller Faserpflanzen mit Pflanzenfarben gefärbt werden. Auf jeder Faser wird bei gleichen Färbebedingungen ein anderer Farbton erzeugt werden. Vor dem Färben müssen die Fasern gewaschen und im Allgemeinen gebeizt werden. Um helle Farbtöne zu erzielen werden Pflanzenfasern zuvor gebleicht. Bestimmte Färbepflanzen eignen sich für gewisse Faserarten besser. Dazu gehören in erster Linie tanninreiche Färbepflanzen. Ingesamt lassen sich die auf Zellstofffasern basierenden Fasern der Faserpflanzen schwieriger färben als Wolle oder Seide.

Weitere Informationen

Mit Pflanzen auf Naturfasern ganz natürlich färben
Färberpflanzen für Naturfasern – Wolle und Seide, Baumwolle, Leinen

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Pflanzenfarben

Leinen Rot-Färben mit Teufelszwirn, wie der alte Schwede? (Cuscuta europaea)

Pflanzenfärbung mit Cuscuta europaea

Europäische Seide, Nessel-Seide, Teufelszwirn, Vogelseide, Flachsseide

engl.: European dodder, fr.: Grande cuscute, it.: Cuscuta europaea, sp.: Cabello de monte
Pflanzenfamilie: Windengewächse (Convolvulaceae)

Cuscuta europaea auf Urtica dioica

Schmarotzer Nesselseide (Cuscuta)

Die Nesselseide Cuscuta ist ein Schmarotzer und kann in der Landwirtschaft, insbesondere in den Tropen große Ernteausfälle anrichten und ist deshalb gefürchtet. Cuscuta-Arten gefährdeten unter anderen in Europa den Flachsanbau (Cuscuta epilinum). Die Nesselseide ist des Öfteren auch in Deutschland an Flussufern zu finden, wo sie andere Gewächse überwuchert und erstickt. Zunächst hat die Nesselseide eine Wurzel, die sich dann bei Verbindung mit der passenden Wirtspflanze zurückbildet.

Cuscuta europaea auf Urtica dioica

Wirtspflanzen der Nesselseide

Als Wirtspflanzen der Nesselseide, Cuscuta europaea, eignen sich die Große Brennnessel, Urtica dioica, der Gemeine Hopfen, Humulus lupulus, und Dutzende anderer gewöhnlich mehrjähriger krautiger Pflanzen.

Farbeigenschaften der Färberpflanze Nesselseide

Traditionelle Verwendung: Schweden

Farbstoffe: höchst wahrscheinlich Flavonoide, Gerbstoffe, Anthocyane

Mit Alaun vorgebeizte Wolle kann leuchtend gelb, unter Umständen mit leichtem Grünstich, gefärbt werden. Das Pflanzenmaterial wird über Nacht eingeweicht und am nächsten Tag eine Stunde lang bei 90 °C erhitzt. Benötigt wird 400 g Pflanzenmaterial bezogen auf 100 g trockene Wolle.

Mit Zinnbeize, die allerdings giftig und umweltschädlich ist, lässt sich Orange erzielen.

In Schweden wurde auf dem Land mit Cuscuta europaea Leinen hellrot bis schwach purpurrot gefärbt.
Rezepte sind nicht überliefert. Erwähnt wird die Rotfärbung mit Cuscuta europaea im Buch: Linder, Johan, Swenska Färge-Konst, (1720)

Der Anthocyangehalt von Cuscuta europaea scheint von der Wirtspflanze abhängig zu sein. Je mehr Nährstoffe wie Zucker und Glucoside die Wirtspflanze zur Verfügung stellt, desto mehr Anthocyane scheint der Schmarotzer zu gewinnen. Es wäre denkbar, dass sich der rote Farbton gegen Ende der Vegetationsperiode erzielen lässt, wenn Cuscuta auf einer nährstoffreichen Wirtspflanze sitzt.

Medizinische Verwendung

Die Pflanze findet in der tibetanischen Medizin Verwendung und wird neben erwärmender Eigenschaften auch wegen anregender Wirkung auf Leber und Nieren und bei Gliederschmerzen verwendet.
Cuscuta europaea wird auch als homöopathisches Mittel verwendet.

Weitere Informationen

Kaldenhoff, Ralf, Pflanzen als Pflanzenparasiten

Allgemein, Beizverfahren, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Faserpflanzen, Pflanzenfarben

Stoffe färben mit Naturfarben (Pflanzenfarben)

Stoffe färben mit Pflanzenfarben

Geschichte

Wichtig ist zunächst welche Stoffart mit Naturfarben gefärbt werden soll. In früheren Zeiten, im Mittelalter, standen in Europa im Wesentlichen Wollstoff, Seidenstoff, Leinenstoff, Hanfstoff und Nesselstoff (Urtica spec.) zur Verfügung. Baumwollstoffe kamen in größerem Ausmaß erst mit der Erschließung überseeischer Kolonien in der Neuzeit zum Einsatz. Es wurde ausschließlich mit pflanzlichen Farbstoffen gefärbt. Synthetische Farben wurden erst um 1860 entdeckt und erst ab 1890 großtechnisch hergestellt. Die aufgeführten Stoffarten lassen sich mit Pflanzenfarben färben. Allerdings färben eine Reihe von Färberpflanzen auf bestimmten Stoffarten nicht.

In der Neuzeit, in der in großem Stil Baumwolle verarbeitet wurde, fanden die aus den überseeischen Kolonien importierten Farbhölzer zunehmend Verwendung. Viele dieser Farbhölzer sind reich an starker Färbekraft und Gerbstoffen, so dass sie Baumwolle gut färben.

Mit Pflanzenfarben können auch Viskosestoffe, die ja ebenfalls aus Zellulose bestehen, gefärbt werden.

Die übrigen synthetischen Fasern sind zum Färben mit Pflanzenfarben ungeeignet.

 

Vorbereiten der Stoffe zum Färben – Waschen und Beizen

Zunächst müssen alle Stoffarten gewaschen werden, so dass Fette und Appreturen aus dem Stoff entfernt sind. Je heller der Stoff ist, desto heller kann die Färbung werden.

Nach dem Waschen werden die Stoffe mit Alaun oder Alaunverbindungen gebeizt. Es gibt nur wenige Pflanzenfarben, die direkt auf den Stoff aufgefärbt werden können.

 

Auswahl der Pflanzenfarbe für die Stoffart

Stoffe aus tierischer Faser, Wolle und Seide, können mit fast allen Pflanzenfarben gefärbt werden. Bei Stoffen aus Zellulosefasern reduziert sich die Anzahl der möglichen Pflanzenfarben. Leinen- und Hanfstoffe lassen sich schwerer färben als Baumwolle.

 

Färben der Stoffe mit pflanzlichen Farbstoffen

Damit die Färbung des Stoffs gleichmäßig und nicht fleckig erfolgt, ist das Wichtigste ein großer Topf zum Färben. Das Topfmaterial kann wiederum die Farbtönung beeinflussen. Bei mehreren Kilogramm Stoff wird rasch ein 100 Liter Gefäß (möglichst Email oder Edelstahl) benötigt. Für den Farbstoffauszug als auch zum Färben mit Pflanzenfarben sollte Regenwasser verwendet werden. Der Stoff wird locker in das Färbebad eingelegt und im Färbebad bewegt. Es empfiehlt sich Farbstoffreste die im Färbebad schwimmen zuvor zu entfernen, damit sie sich nicht auf dem Stoff ablagern und Farbflecken verursachen.

 

Nachbehandlung des Stoffes

Der Stoff wird nach dem Färben gründlich ausgewaschen bis er nicht mehr „blutet”. Damit ist überschüssiger Farbstoff entfernt. Zum Nuancieren kann zum Aufhellen mit einem Tropfen Zitronensäure oder für eine Farbvertiefung mit einem Tropfen Haushaltsammoniak im Spülwasser ausgewaschen werden. Anschließend müssen diese Zusätze wiederum ausgewaschen werden, bevor der Stoff getrocknet wird.

Weitere Informationen

Färberpflanzen für Naturfasern – Wolle und Seide, Baumwolle, Leinen

Pflanzenfarben direkt auffärbbar auf Baumwolle – ohne Beize

Beizen von Naturfasern und Textilien zum Färben mit Pflanzenfarben – Zusammenfassung mehrerer Beizverfahren auf Aluminiumbasis
 
Baumwoll-Stoff mit Naturfarben färben

Allgemein, Buch Färberpflanzen, Färben von Stoffen, Färbergarten, Färberpflanzen, Pflanzenfarben

Natürliche Färbemittel: Schwarzrote Stockrose, Alcea rosea var. nigra

Schwarzrote Stockrose, Alcea rosea var. nigra – ein natürliches Färbemittel

Die Stockrose gehört zu den Malvengewächsen
engl.: Hollyhock, fr.: Rose trémière, it.: Malvone roseo, span.: Malva real

Die Schwarzrote Stockrose, Alcea rosea var. nigra, wurde früher in großem Umfang in Franken angebaut. Sie wurde als Pflanzenfarbe zum Färben von Textilien  von Violett bis Graublau aber auch zum Färben von Rotwein und Lebensmitteln und Speisen genutzt. Die getrockneten Blüten von der Schwarzroten Stockrose, Alcea rosea var. nigra, wurden zum Weinfärben von Rotweinen durch Pflanzenfarben von Franken in die Türkei exportiert.
Die Blüten der Schwarzroten Stockrose, Alcea rosea var. nigra, haben von den Stockrosen bei der Färbung von Wolle die stärkste Färbekraft.
In diesem Jahr beginnen in meinem Garten die im vergangenen Jahr ausgesäten Pflanzen zu blühen. Durch die dunkle Farbe sind die Blüten schwer zu fotografieren.

Weitere Informationen

Natürlich färben mit der Stockrose (Alcea rosea)


Informationen zu den Eigenschaften und Färbeverhalten der Stockrose (Stockmalve, Bauernrose), Alcea rosea finden sich in der Leseprobe des Buches “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin”des Verlages E.Schweizerbart, Stuttgart, Seite 58, 59

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Farbmusterkarten, Pflanzenfarben

Farbmusterkarte Pflanzenfärbung mit Schilfblüten auf diversern Naturfasern

Färben mit Naturfarben

Farbmusterkarte Pflanzenfärbung mit Schilfblüten (Phragmites australis)

Bei den Brauchtumstagen an Pfingsten 2011 im Gruberhof, Groß-Umstadt unter dem Motto „Leute machen Kleider – Kleider machen Leute“ waren neben Spinn-, Webvorführungen, Flachsverarbeitung auch Farbmusterkarten von Christel Hild und Sabine Gummert zu sehen. Im Bild ist die Färbung mit aufgeblühten Schilfblüten auf Ramie, Tussahseide, Mohairwolle, Wolle vom grauen Pommernschaf, Milchschafwolle, Wolle vom Coburger Fuchs-Schaf gezeigt.

Schilffärbung auf Ramie, Tussahseide, Mohairwolle, Wolle vom grauen Pommernschaf, Milchschafwolle, Wolle vom Coburger Fuchs-Schaf

Deutlich ist der Einfluss des Fasermaterials auf die Pflanzenfärbung zu erkennen.

Weitere Informationen

Färben mit Schilf (Phragmites australis)

Farbmusterkarte – Pflanzenfarben natürlich gefärbt auf Wolle

Allgemein, Veranstaltungen

Bionik-Ausstellung in 35 Botanischen Gärten

In diesem Jahr steht die Woche der Botanischen Gärten unter dem Motto »Was die Technik von Pflanzen lernen kann – Bionik in Botanischen Gärten«.
Die Ausstellung beginnt in der Woche der Botanischen Gärten vom 11. bis 19. Juni 2011 und wird in 35 teilnehmenden Gärten gezeigt. In einer Reihe von Gärten steht die Bionik-Ausstellung länger zur Verfügung.

Die Bionik nutzt die in der Evolution entstandenen Problemlösungen der Natur für die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte und Technologien. Gerade in den letzten Jahren hat sich Deutschland zu einem weltweit führenden Zentrum der bionischen Forschung entwickelt.
Grundlagen für bionische Neuentwicklungen sind die Biodiversität und die Erforschung des Zusammenhangs von Form, Struktur und Funktion der biologischen Vorbilder. Botanische Gärten haben sich der Erhaltung der Artenvielfalt verschrieben und sind seit vielen Jahren Zentren der bionischen Forschung in Deutschland.
Viele erfolgreiche bionische Produkte, wie Klettverschluss und selbstreinigende Fassadenfarben mit Lotus-Effect®, gehen von Pflanzen als Vorbildern aus und haben Einzug in unser Alltagsleben gehalten.

Im Botanischen Garten Darmstadt werden Führungen durch die Bionik-Ausstellung während des ganzen Sommers für Gruppen und Schulklassen durch den Biologen Martin Zeuch durchgeführt, der die Bionik mit Experimenten und Erläuterungen näherbringt.
(Tel. 06151–31 86 27)

Eröffnung Bionik Ausstellung Botanischer Garten Darmstadt
Eröffnung Bionik Ausstellung Botanischer Garten Darmstadt, 09.06.2011

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Farbmusterkarten, Pflanzenfarben

Farbmusterkarte Naturfärbung mit Blauholz-Extrakt auf diversern Naturfasern

Färben mit Naturfarbe Campecheholz (Blauholz, Lignum campechianum)

engl.: Log-wood, fr.: bois de campêche, it.: legno di campeggio, sp.: campeggio

Der Blauholzbaum, ein Laubholzbaum, gehört zur Pflanzenfamilie der Johannisbrotgewächse und ist in Zentralamerika und dem nördlichen Teil von Südamerika beheimatet. Er wächst auch in der Nähe der Stadt Campeche, Mexiko, woher der Name stammt. Mit der Erschließung der überseeischen Kolonien wurde Blauholz in Europa importiert Durch seine der hohe Färbekraft und der Eignung die Schwarzfärbung zu verbessern war Blauholz begehrt.

Farbmusterkarte Pflanzenfärbung mit Blauholz-Extrakt (Haematoxylum campechianum)

Bei den Brauchtumstagen an Pfingsten 2011 im Gruberhof, Groß-Umstadt unter dem Motto „Leute machen Kleider – Kleider machen Leute“ waren neben Spinn-, Webvorführungen, Flachverarbeitung auch Farbmusterkarten von Christel Hild und Sabine Gummert zu sehen. Im Bild ist die Färbung mit Blauholzextrakt (Haematoxylum campechianum) auf Ramie, Tussahseide, Mohairwolle, Wolle vom grauen Pommernschaf, Milchschafwolle, Wolle vom Coburger Fuchs-Schaf gezeigt.

Pflanzenfärbung mit Blauholzextrakt auf Ramie, Tussahseide, Mohairwolle, Wolle vom grauen Pommernschaf, Milchschafwolle, Wolle vom Coburger Fuchs-Schaf

Deutlich ist der Einfluss des Fasermaterials auf die Pflanzenfärbung zu erkennen.

Weitere Informationen

Farbmusterkarte – Pflanzenfarben natürlich gefärbt auf Wolle

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Pflanzenfarben, Veranstaltungen

Brauchtumstage mit Spinnen, Weben, Waschen, Bleichen, Färben, Gruberhof, Groß-Umstadt

Von der Faser zum Gewand

Der Gruberhof, eine alte Hofreite in 64823 Groß-Umstadt, Raibacher Tal 22, wird seit 1987 als Museum und Kulturzentrum genutzt und erfreut sich Jahr für Jahr großen Zuspruchs. Er beherbergt eine überregional bedeutsame und einmalige Sammlung aus Landwirtschaft, Handwerk und Geschichte. Die Brauchtumsveranstaltungen in diesem Jahr stehen unter dem Schwerpunktthema “Leute machen Kleider – Kleider machen Leute” oder: ”Von der Faser zum Gewand.”

Pfingsten 2011 „Leute machen Kleider – Kleider machen Leute“

So. 12. und Mo. 13. Juni 2011, 11.00 bis 18.00 Uhr

Handwerkertage und Eröffnung der Jahres-Sonderausstellung und Sonderaktion
„Leute machen Kleider – Kleider machen Leute“

Sonntag 26. Juni 2011 Spinnen und Weben

Am 26. Juni (Sonntag) geht es ab 11 Uhr mit einem Aktionstag und Vorführungen in der großen Scheune rund ums Spinnen und Weben.

Samstag und Sonntag 27./28. August 2011, Brauchtumstag waschen, bleichen, färben

jeweils von 11 bis 18 Uhr

Auf dem Programm stehen waschen, bleichen, färben, Kraut schneiden, backen, essen – und eine große Modenschau.

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Pflanzenfarben

Färben mit Pflanzenfarben – Wolle färben mit Kirsch-Lorbeer, Prunus laurocerasus

Pflanzenfarben aus Prunus laurocerasus, Kirsch-Lorbeer, Lorbeer-Kirsche

engl.: Cherry laurel, fr.: Laurier-cerise, it.: Lauroceraso, span.: Lauroceraso

Pflanzenfamilie: Rosengewächse (Rosaceae)

Prunus laurocerasus, Kirsch-Lorbeer, Färberpflanze
Hauptfarbstoff: Flavonoide
Farbstoffe: Kämpferolgykoside, Tannin
Der Kirschlorbeer, Prunus laurocerasus, kommt in Europa und Westasien vor. Er stammt ursprünglich aus Kleinasien. Die ganze Pflanze ist stark giftig. Die Pflanze wird häufig als Hecke in Gärten angepflanzt. Im Frühjahr verströmen die Blüten einen angenehmen Duft. Im Sommer fallen die blauschwarzen, kirschartigen Steinfrüchte auf.

Färben von Wolle

Die Blätter des Kirschlorbeers, Prunus laurocerasus färben grün auf mit Alaun vorgebeizter Wolle. Die ganze Pflanze enthält Giftstoffe – also Gummihandschuhe benutzen. Für 100 g Wolle (Trockengewicht) werden 400 g Blätter benötigt. Die Gerbstoffe enthaltenden Blätter werden über Nacht eingeweicht und am nächsten Tag eine Stunde ausgekocht. Es empfiehlt sich das Auskochen und Färben im Freien auszuführen, damit Blausäuredämpfe ungehindert abziehen können. Kinder sind von der Pigmentgewinnung und dem Färben mit Kirschlorbeer fernzuhalten.

Die Früchte ergeben ein Grauviolett, das wenig lichtecht ist – also nicht empfehlenswert.

Kulturelle Verwendung

Aus den Blättern können mandelartige Duftstoffe für die Parfümerie gewonnen werden. Das Holz kann für Drechselarbeiten genutzt werden.

Die frischen Blätter, mit einem möglichst hohen Anteil an Blausäure, können in der Restauration beim Aufweichen oder Geschmeidigmachen organischer Materialien – ohne dabei Wasserschäden zu verursachen – verwendet werden.

Medizinische Verwendung

Prunus laurocerasus wurde bei der Behandlung von Husten und Keuchhusten verwendet. Prunus laurocerasus findet auch in der Homöopathie Verwendung.

Allgemein, Färben von Stoffen, Färberpflanzen, Pflanzenfarben

Färben mit Naturfarben – Kalmia latifolia, Berg-Lorbeer, Lorbeerrose

Kalmia latifolia, Berg-Lorbeer, Lorbeerrose

engl.: Mountain laurel, fr.: Kalmia , it.: Kalmia, Lauro d’America, span.: Kalmia

Pflanzenfamilie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Herkunft: Nordamerika, teilweise in England und Deutschland verbreitet

Kalmia latifolia, Berg-Lorbeer, Färbepflanze

Färbeeigenschaften

Die frischen Blätter des Berglorbeers färben alaungebeizte Wolle braun. Chromgebeizte Wolle färbt gelb. Aus Umweltschutzgründen sollte auf die giftige Chrombeize verzichtet werden.

Die zerkleinerten Blätter werden über Nacht in Wasser eingeweicht und anschließend ein bis zwei Stunden ausgekocht. Die Blätter des Berglorbeers färben keine Baumwolle.

Die Färbung auf Wolle erzielt eine gute Waschbeständigkeit. Die Lichtechtheit ist mäßig.

Giftigkeit

Die Blätter des Berglorbeers sind giftig.

Kulturelle Verwendung

Aus dem feinen Holz des Berglorbeers wurden Tabakpfeifen, Holzlöffel und Weberschiffchen hergestellt

Medizinische Verwendung

Ein Aufguss der Blätter wurde bei Hautkranheiten und -entzündungen verwendet.

Kalmia latifolia wird in der Homöopathie verwendet.