08.18.11 | Kommentare deaktiviert
Von der Faser zum Gewand
Der Gruberhof, eine alte Hofreite in 64823 Groß-Umstadt, Raibacher Tal 22, wird seit 1987 als Museum und Kulturzentrum genutzt und erfreut sich Jahr für Jahr großen Zuspruchs. Er beherbergt eine überregional bedeutsame und einmalige Sammlung aus Landwirtschaft, Handwerk und Geschichte. Die Brauchtumsveranstaltungen in diesem Jahr stehen unter dem Schwerpunktthema “Leute machen Kleider – Kleider machen Leute” oder: “Von der Faser zum Gewand.”
Samstag und Sonntag 27./28. August 2011, Brauchtumstag waschen, bleichen, färben
jeweils von 11 bis 18 Uhr
Auf dem Programm stehen waschen, bleichen, färben, Kraut schneiden, backen, essen – und eine große Modenschau.
Färbepflanze Sonnenhut – Wolle färben mit Pflanzenfarben
engl.: Black eyed Susan, fr.: Rudbeckie, it.: Rudbeckia, span.: Rudbeckia
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
Der Sonnenhut stammt aus Nordamerika. Nebenstehende Abbildung zeigt eine der vielen Arten der Gattung Rudbeckia, nämlich den Schlitzblättrigen Sonnenhut, Rudbeckia laciniata.
Färbeeigenschaften
Hauptfarbstoffe: Flavonoide
Pflanzenfarben gewonnen aus Sonnenhutarten wurden von den Indianern in Nordamerika bereits zum Färben von Körben und Textilien verwendet. Die Färbung hat eine gute Lichtechtheit. Die Mehrzahl der Sonnenhutarten färbt Wolle in Tönen von gelb über oliv bis hin zu braun. Von der Pflanze werden die Blütenblätter, ganze Blüten oder Blüten, Blätter und Stängel verwendet. Die Färbungen haben relativ häufig einen Einschlag ins Grüne.
Schlitzblättriger Sonnenhut, Rudbeckia laciniata
Die ganzen Blüten sollen alaungebeizte Wolle grüngelb färben
Schwarzäugige Rudbeckie, Rudbeckia hirta
Die Blütenblätter färben alaungebeizte Wolle gelb. Die ganzen Blüten haben bei der Färbung eventuell einen Grünstich.
Leuchtender Sonnenhut, Rudbeckia fulgida
Die Blütenbätter färben alaungebeizte Wolle gelb. Die ganzen Blüten färben olivgrün.
Dreilappiger Sonnenhut, Oktober-Sonnenhut, Rudbeckia triloba
Die Blütenblätter und Blüten sollen gelb färben. Teilweise wird als Beizmittel das giftige Chrom angegeben. Bei mit Alaun vorgebeizter Wolle könnte sich ein Grünstich ergeben.
Verarbeitung
Gepflückt wird die offene Blüte. Die frischen oder getrockneten Pflanzenteile werden über Nacht eingeweicht und am nächsten Tag eine Stunde gesiedet. Für 100 g trockene Wolle werden 400 g frisches Pflanzenmaterial benötigt.
Medizinische Verwendung
Einige Rudbeckia-Arten wie Rudbeckia laciniata und Rudbeckia hirta wurden von den Indianern in Nordamerika medizinisch genutzt.
08.12.11 | Kommentare deaktiviert
Die Rhein-Main-Kräutertage-Initiative veranstaltet 4. September 2011, 11.00 bis 17.00 Uhr in Frankfurt, Mainäppelhaus, Am Lohrberg, Klingenweg 90 in diesem Jahr wieder ein Kräutertag.
Nachfolgend das Programm:

08.09.11 | Kommentare deaktiviert
Datisca cannabina, Scheinhanf,
Naturfarbe für Wolle, Seide, Baumwolle und Leinen
engl.: Acalbir, False hemp., fr.: Chanvre bâtard, it.: Datisca, span.: Datisca
Pflanzenfamilie: Datiscaceae
Herkunft: Ostasien, Kreta
Traditionelle Verwendung: Indien

Färbeeigenschaften
Hauptfarbstoffe: Flavonoide
Farbstoffe: Datiscetin, Kämpferol, Quercetin, Galangin
Mit den Wurzeln, Blättern und Zweigen des im Spätsommer geernteten Scheinhanfes wird alaungebeizte Wolle, Seide, Baumwolle und Leinen leuchtend gelb gefärbt. Die Färbung kann auch ohne Vorbeize ausgeführt werden. Die Färbung ist waschecht, die Lichtechtheit ist begrenzt. Zur Färbung werden mindestens 250 % Färbematerial bezogen auf das Gewicht der Wolle benötigt.
Kulturelle Nutzung
Aus den Stängeln des Scheinhanfs können Fasern gewonnen werden.
Medizinische Verwendung
Blätter und Stängel haben fiebersenkende und abführende Wirkung.
Datisca cannabina wird als homöopathisches Mittel verwendet.
08.07.11 | Kommentare deaktiviert
Stoff färben mit Naturfarben im August – welche Färberpflanzen stehen zur Verfügung?
Im August stehen viele Färbepflanzen zur Verfügung , aus denen Pflanzenfarben gewonnen werden können, die zum Färben von Wolle oder Naturfaserstoff, zum Malen und für Kosmetik oder Seifen verwendet werden können. Die Färbeeigenschaften dieser Färberpflanzen sind im Detail beschrieben im Buch Prinz, Eberhard “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin”
Oft stehen zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Pflanzenteile einer Pflanze zur Verfügung, die zum Färben verwendet werden können. Zum Beispiel färbt die Mahonienwurzel im Frühjahr gelb und im Sommer färben die Mahonienfrüchte blau. Sehr ergiebig sind im August die Heide, Goldrute und Schilfblüte.
Liste Färbepflanzen im August
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Botanischer Name
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Volkstümlicher Name
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Achillea millefolium |
Schafgarbe |
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Alcea rosea |
Schwarze Malve, Stockrose |
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Alchemilla vulgaris |
Frauenmantel |
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Alkanna tinctoria |
Alkannawurzel, Ochsenzunge |
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Aronia melanocarpa |
Schwarze Apfelbeere |
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Calendula officinalis |
Ringelblume |
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Calluna vulgaris (Kraut) |
Heidekraut, Besenheide |
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Carthamus tinctorius |
Saflor, Färber- oder Öldistel |
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Coreopsis tinctoria |
Färber-Mädchenauge |
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Cuscuta europaea |
Europäische Seide, Nessel-Seide, Teufelszwirn |
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Datisca cannabina |
Scheinhanf |
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Dahlia spec. |
Dahlie |
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Dryopteris filix-mas |
Wurmfarn |
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Equisetum arvense |
Ackerschachtelhalm |
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Fallopia japonica, |
Japanischer Staudenknöterich |
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Helianthus annuus |
Sonnenblume |
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Hypericum perforatum (Kraut) |
Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu |
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Inula helenium |
Echter Alant |
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Isatis tinctoria |
Waid |
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Mahonia aquifolium |
Mahonie |
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Origanum vulgare |
Dost |
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Phragmites australis |
Schilf |
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Polygonum tinctorium |
Färberknöterich |
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Prunus spinosa (Früchte) |
Schwarzdorn, Schlehe |
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Rubus fruticosus |
Brombeere |
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Rudbeckia spec., |
Sonnenhut |
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Rumex acetosa |
Großer Ampfer |
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Salvia officinalis |
Salbei |
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Serratula tinctoria |
Färberscharte |
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Stachys officinalis |
Heilziest |
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Solidago canadensis |
Kanadische Goldrute |
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Tagetes erecta |
Tagetes |
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Tagetes patula |
Sammetblume |
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Tanacetum vulgare |
Rainfarn, Wurmkraut |
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Thymus serpyllum |
Quendel |
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Tropaeolum majus |
Kapuzinerkresse |
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Vitis vinifera |
Rebe |
Weitere Informationen
Färberpflanzen für Naturfasern – Wolle und Seide, Baumwolle, Leinen
Stoff färben mit Naturfarben – die Färberpflanzen im Monat Juli
Welche Färberpflanzen bietet die Natur im Monat September?
07.28.11 | Kommentare deaktiviert
Preisfrage mit Preisauslobung
Leinen Rot-Färben mit Teufelszwirn, wie die alten Schweden? (Cuscuta europaea)
Der Teufelszwirn oder die Nesselseide, Cuscuta, ist ein Schmarotzer und kann in der Landwirtschaft, insbesondere in den Tropen große Ernteausfälle anrichten und ist deshalb gefürchtet.
Eine Art, die Flachsseide, Cuscuta epilinum, hat in unseren Breiten häufig den Flachsanbau mit großen Ernteschäden zunichte gemacht.
Färben von Garn und Stoff mit der Pflanzenfarbe des Teufelszwirns
Mit Alaun vorgebeizte Wolle kann leuchtend gelb, unter Umständen mit leichtem Grünstich, gefärbt werden.
Mit Zinnbeize, die allerdings giftig und umweltschädlich ist, lässt sich Orange erzielen.
In Schweden wurde auf dem Land Leinen mit Cuscuta europaea hellrot bis schwach purpurrot gefärbt.
Teufelszwirn findet sich häufig in Ufernähe von Flüssen. Da wo er wächst gibt es ihn zumeist in großen Mengen. Deshalb lässt er sich rasch sammeln.
Erwähnt wird die Rotfärbung mit Cuscuta europaea im Buch: Linder, Johan, Swenska Färge-Konst , 1720.
Die Rezeptur für die Rotfärbung mit Nesselseide ist verlorengegangen.
Aufgabe
Genaue Rezeptur zum Färben von hellrot bis schwach purpurrot ohne Giftbeizen wie Zinn- und Chrombeizen für Cuscuta europaea um Leinen hellrot bis schwach purpurrot zu färben.
Preis
Erster der die Rezeptur nachweislich hinbekommt, wie die Schweden mit Cuscuta europaea Leinen hellrot bis schwach purpurrot zu färben und mir Färbeergebnis und Rezeptur zusendet, erhält als Preis mein Buch
Prinz, Eberhard, Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin Stuttgart, 2009.
Zeitraum der Preisauslobung bis November 2012.
Kontakt
Kontakt Eberhard Prinz
Färben mit Teufelszwirn
Bilder Teufelszwirn
Nesselseide, Cuscuta europaea
Teufelszwirn auf Brennnessel, Cuscuta europaea auf Urtica dioica
07.28.11 | Kommentare deaktiviert
Färberfest Neckeroda
Alljährlich am letzten August-Wochenende, in diesem Jahr am Samstag 27.08.2011, 10 – 18 Uhr findet in Neckeroda, Thüringen das Färber- und Handwerkerfest statt.
Dabei steht die Tradition des Färbens mit Naturmaterialien, insbesondere mit Pflanzenfarben, im Mittelpunkt. Färberinnen und Färber aus ganz Deutschland und teilweise aus dem Ausland zeigen ihr Handwerk.
Weitere Handwerker wie z.B. Töpfer, Seiler, Spinnstuben, Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte zeigen ihr Können.
Färbergarten Neckeroda
Darüberhinaus ist in Neckeroda ein Färbergarten angelegt, der als Schau- Nutz- und Lehrgarten für Färberpflanzen genutzt wird.
07.24.11 | Kommentare deaktiviert
Färben von Baumwolle mit Pflanzenfarben
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Voraussetzung für ein Färben von Baumwollstoffen ist das gründliche Waschen des Textils.
Es empfiehlt sich die Baumwolle vor dem Färben mit Soda (Na₂CO₃, Natriumcarbonat) eine Stunde zu sieden. Es werden 15 g Soda pro 100 g trockener Faser verwendet. Anschließend wird das Ganze über Nacht auskühlen lassen und am nächsten Tag ausgespült.
Das Färben funktioniert mit Garn und mit Stoff. |
| Sammenkapseln der Baumwolle |
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Färben von Baumwolle mit Pflanzenfarben ohne Beize
Baumwolle lässt sich mit einigen Färbepflanzen direkt ohne Beize färben.
Färben von Baumwolle mit Pflanzenfarben mit Beizenfärbung
Beim Färben mit pflanzlichen Beizenfarbstoffen kann Baumwolle mit Aluminiumverbindungen gebeizt werden.
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Man benötigt dazu keine Tannine, wie z.B. Tara. Tara-Gerbstoff wird aus den Fruchtschoten des kleinwüchsigen Tarabaumes, Caesalpina spinosa, gewonnen und kommt hauptsächlich aus Peru.
Früher wurde Baumwolle bei Beizenfärbung sowohl alauniert als auch tanniert und das oft in mehreren Stufen. Das Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung hat untersucht, dass bei Baumwollfärbungen mit aluminiumhaltigen Beizen wie Aluminiumformiat sehr gute Ergebnisse erzielt werden können. Die Kaltbeize AL basiert auf Aluminiumformiat. |
Holunderfärbung auf Baumwolle
Sambucus nigra, Alter 3 Jahre |
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Im Allgemeinen verschieben sich durch das Beizen mit Tanninen die Farbtöne bei der Pflanzenfärbung oft ins Bräunliche.
Färbevorgang von Baumwolle mit Pflanzenfarben
Eine Reihe von Färberpflanzen, die sich zum Färben von Wolle eignen, erzielen auf Baumwolle eher bescheidene Ergebnisse. Es gilt möglichst Färberpflanzen mit Tanninanteil zu verwenden. Ansonsten verläuft der Färbevorgang wie bei Wolle. Allerdings unterscheiden sich die erzielten Farbtöne bei Baumwolle stark von einer entsprechenden Wollfärbung. Insgesamt ist die Färbung auf Baumwolle im Allgemeinen blasser.
Pflanzenfarben für Baumwolle
Historie
Die baumwollverarbeitende Industrie entwickelte sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts stürmisch. Zum Färben der Baumwolle wurden verstärkt Farbhölzer aus den überseeischen Kolonien importiert. Die Mehrzahl der gängigen Farbhölzer hat eine hohe Färbekraft und meist einen erhöhten Tanningehalt. Deshalb wurden sie bevorzugt für Baumwollfärbungen eingesetzt und verdrängten zunehmend die einheimischen Färbepflanzen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verdrängten dann die synthetischen Farben, die großtechnisch hergestellt werden konnten, auch die Farbhölzer und den pflanzlichen Indigo.
Informationen zum Beizen von Baumwolle
Das Beizen von Pflanzenfasern scheint ein schwieriges Kapitel zu sein, da sehr viele widersprüchliche Informationen zu lesen sind. In einigen Artikeln habe ich einen Überblick gegeben:
Beizen von Naturfasern und Textilien zum Färben mit Pflanzenfarben – Zusammenfassung mehrerer Beizverfahren auf Aluminiumbasis
Weitere Informationen
Stoffe färben mit Naturfarben (Pflanzenfarben)
Mit Pflanzen auf Naturfasern ganz natürlich färben

Blüte der baumartigen Baumwolle, Gossypium aboreum
07.17.11 | Kommentare deaktiviert
Stoff natürlich färben mit Pflanzenfarben im Juli
Im Juli stehen in der Natur viele Färbepflanzen zur Verfügung, aus denen Pflanzenfarben gewonnen werden können, die zum Färben von Wolle, Naturfaserstoff, zum Malen, für Kosmetik oder Seifen verwendet werden können. Die Färbeeigenschaften dieser Färberpflanzen sind im Detail beschrieben im Buch Prinz, Eberhard “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin”
Oft stehen zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Pflanzenteile einer Pflanze zur Verfügung, die zum Färben verwendet werden können. Sehr ergiebig sind zu dieser Zeit noch die verschiedenen Wiesenkräuter auf nicht gemähten Wiesen.
Tabelle Färbepflanzen im Juli
Weitere Informationen
Färberpflanzen für Naturfasern – Wolle und Seide, Baumwolle, Leinen
Mit Pflanzenfarben natürlich färben – Färberpflanzen im Monat August
07.10.11 | Kommentare deaktiviert
Am Donnerstag 7.7.2011, 19.30h fand im Rahmen „Männertreffs” der Ev. Kirchengemeinde in Dieburg die Exkursion zum Klostergarten Seligenstadt mit Vortrag und Führung „Färberpflanzen und Pflanzenfarben” mit dem Referenten Eberhard Prinz statt.

In der Gartenanlage des Klostergartens Seligenstadt sind rund 100 Färberpflanzen zu finden.
Fast alle Färberpflanzen waren gleichzeitig auch traditionelle Heilpflanzen. Viele dieser Pflanzen werden auch heute noch in Phytotherapie und Homöopathie eingesetzt. Im Klostergarten Seligenstadt sind außer einem Arzneipflanzengarten auch Beete mit Färberpflanzen angelegt. Die bedeutendsten Färberpflanzen wurden besichtigt und im Detail vorgestellt.
Anschließend folgte eine Führung durch Klosterapotheke und Prälatur

Führung und Vortrag Färberpflanzen, Klostergarten Seligenstadt

Historische Ansicht Kloster Seligenstadt

Klosterapotheke, Offizin, Kloster Seligenstadt
Weitere Informationen
Halbjahresprogramm 2011 des Männertreff Dieburg
Färberpflanzen im Klostergarten Seligenstadt am Main
07.09.11 | Kommentare deaktiviert
Wichtige Faserpflanzen zur Gewinnung von Naturfasern
Die wichtigsten Faserpflanzen zur Gewinnung von Pflanzenfasern sind folgende Nutzpflanzen, deren Fasern alle mit Pflanzenfarben gefärbt werden können:
Tabelle Faserpflanzen
| Faserpflanze |
Name |
Botanischer Name
|
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Sisal |
(Agave sisalana) |
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Ananas |
(Ananas comosus)
|
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Ramie |
(Boehmeria nivea)
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Kapok |
(Ceiba pentandra)
|
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Kokos |
(Cocos nucifera)
|
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Rundkapsel-Jute |
(Corchorus capsularis)
|
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Hanf |
(Cannabis sativa)
|
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Kenaf |
(Hibiscus cannabinus,)
|
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Baumwolle |
(Gossypium spec.)
|
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Roselle-Hanf |
(Hibiscus sabdariffa)
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Lein |
(Linum usitatissimum) |
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Manilahanf, Faserbanane, Abacá |
(Musa textilis)
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Kongojute |
(Urena lobata)
|
Die Bilder wurden in den Botanischen Gärten Darmstadt, Mainz und München und im Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen, Witzenhausen aufgenommen.
Nutzung der Faserpflanzen
Die Faserpflanzen werden unterschiedlich und oft vielfach genutzt.
Aus den Fruchtfasern der Baumwollsamenkapseln, den Stängelfasern von Flachs, Hanf und Ramie und den Blattfasern von Ananas können Gewebe (Stoffe) hergestellt werden. Hanf wird auch für Seile, Schnüre verwendet und war früher wichtig zur Herstellung von Segeln für die Schifffahrt. Aus den Samen von Flachs und Hanf und Baumwolle wird Öl gewonnen. Aus den Blattfasern von Sisal werden Seile und Teppiche hergestellt. Die Wäscheleinen waren früher aus Sisal. Aus den Fruchtfasern Kokos werden Seile, Teppiche, Fußmatten und Geotextilien hergestellt. Die Samenfasern von Kapok verleihen als Füllung von Schwimmwesten deren Auftrieb im Wasser. Aus den Bastfasern Jute und Kenaf, Kongojute, Roselle-Hanf werden Seile, grobe Garne, teilweise Säcke und Verpackungen erzeugt
Färben der aus Faserpflanzen gewonnen Garne und Textilien
Grundsätzlich können die Fasern oder die daraus gewonnenen Produkte aller Faserpflanzen mit Pflanzenfarben gefärbt werden. Auf jeder Faser wird bei gleichen Färbebedingungen ein anderer Farbton erzeugt werden. Vor dem Färben müssen die Fasern gewaschen und im Allgemeinen gebeizt werden. Um helle Farbtöne zu erzielen werden Pflanzenfasern zuvor gebleicht. Bestimmte Färbepflanzen eignen sich für gewisse Faserarten besser. Dazu gehören in erster Linie tanninreiche Färbepflanzen. Ingesamt lassen sich die auf Zellstofffasern basierenden Fasern der Faserpflanzen schwieriger färben als Wolle oder Seide.
Weitere Informationen
Mit Pflanzen auf Naturfasern ganz natürlich färben
Färberpflanzen für Naturfasern – Wolle und Seide, Baumwolle, Leinen
07.03.11 | Kommentare deaktiviert
Pflanzenfärbung mit Cuscuta europaea
Europäische Seide, Nessel-Seide, Teufelszwirn, Vogelseide, Flachsseide
engl.: European dodder, fr.: Grande cuscute, it.: Cuscuta europaea, sp.: Cabello de monte
Pflanzenfamilie: Windengewächse (Convolvulaceae)
Cuscuta europaea auf Urtica dioica |
Schmarotzer Nesselseide (Cuscuta)
Die Nesselseide Cuscuta ist ein Schmarotzer und kann in der Landwirtschaft, insbesondere in den Tropen große Ernteausfälle anrichten und ist deshalb gefürchtet. Cuscuta-Arten gefährdeten unter anderen in Europa den Flachsanbau (Cuscuta epilinum). Die Nesselseide ist des Öfteren auch in Deutschland an Flussufern zu finden, wo sie andere Gewächse überwuchert und erstickt. Zunächst hat die Nesselseide eine Wurzel, die sich dann bei Verbindung mit der passenden Wirtspflanze zurückbildet. |
Cuscuta europaea auf Urtica dioica |
Wirtspflanzen der Nesselseide
Als Wirtspflanzen der Nesselseide, Cuscuta europaea, eignen sich die Große Brennnessel, Urtica dioica, der Gemeine Hopfen, Humulus lupulus, und Dutzende anderer gewöhnlich mehrjähriger krautiger Pflanzen. |
Farbeigenschaften der Färberpflanze Nesselseide
Traditionelle Verwendung: Schweden
Farbstoffe: höchst wahrscheinlich Flavonoide, Gerbstoffe, Anthocyane
Mit Alaun vorgebeizte Wolle kann leuchtend gelb, unter Umständen mit leichtem Grünstich, gefärbt werden. Das Pflanzenmaterial wird über Nacht eingeweicht und am nächsten Tag eine Stunde lang bei 90 °C erhitzt. Benötigt wird 400 g Pflanzenmaterial bezogen auf 100 g trockene Wolle.
Mit Zinnbeize, die allerdings giftig und umweltschädlich ist, lässt sich Orange erzielen.
In Schweden wurde auf dem Land mit Cuscuta europaea Leinen hellrot bis schwach purpurrot gefärbt.
Rezepte sind nicht überliefert. Erwähnt wird die Rotfärbung mit Cuscuta europaea im Buch: Linder, Johan, Swenska Färge-Konst, (1720)
Der Anthocyangehalt von Cuscuta europaea scheint von der Wirtspflanze abhängig zu sein. Je mehr Nährstoffe wie Zucker und Glucoside die Wirtspflanze zur Verfügung stellt, desto mehr Anthocyane scheint der Schmarotzer zu gewinnen. Es wäre denkbar, dass sich der rote Farbton gegen Ende der Vegetationsperiode erzielen lässt, wenn Cuscuta auf einer nährstoffreichen Wirtspflanze sitzt.
Medizinische Verwendung
Die Pflanze findet in der tibetanischen Medizin Verwendung und wird neben erwärmender Eigenschaften auch wegen anregender Wirkung auf Leber und Nieren und bei Gliederschmerzen verwendet.
Cuscuta europaea wird auch als homöopathisches Mittel verwendet.
Weitere Informationen
Kaldenhoff, Ralf, Pflanzen als Pflanzenparasiten
06.26.11 | Kommentare deaktiviert
Stoffe färben mit Pflanzenfarben
Geschichte
Wichtig ist zunächst welche Stoffart mit Naturfarben gefärbt werden soll. In früheren Zeiten, im Mittelalter, standen in Europa im Wesentlichen Wollstoff, Seidenstoff, Leinenstoff, Hanfstoff und Nesselstoff (Urtica spec.) zur Verfügung. Baumwollstoffe kamen in größerem Ausmaß erst mit der Erschließung überseeischer Kolonien in der Neuzeit zum Einsatz. Es wurde ausschließlich mit pflanzlichen Farbstoffen gefärbt. Synthetische Farben wurden erst um 1860 entdeckt und erst ab 1890 großtechnisch hergestellt. Die aufgeführten Stoffarten lassen sich mit Pflanzenfarben färben. Allerdings färben eine Reihe von Färberpflanzen auf bestimmten Stoffarten nicht.
In der Neuzeit, in der in großem Stil Baumwolle verarbeitet wurde, fanden die aus den überseeischen Kolonien importierten Farbhölzer zunehmend Verwendung. Viele dieser Farbhölzer sind reich an starker Färbekraft und Gerbstoffen, so dass sie Baumwolle gut färben.
Mit Pflanzenfarben können auch Viskosestoffe, die ja ebenfalls aus Zellulose bestehen, gefärbt werden.
Die übrigen synthetischen Fasern sind zum Färben mit Pflanzenfarben ungeeignet.
Vorbereiten der Stoffe zum Färben – Waschen und Beizen
Zunächst müssen alle Stoffarten gewaschen werden, so dass Fette und Appreturen aus dem Stoff entfernt sind. Je heller der Stoff ist, desto heller kann die Färbung werden.
Nach dem Waschen werden die Stoffe mit Alaun oder Alaunverbindungen gebeizt. Es gibt nur wenige Pflanzenfarben, die direkt auf den Stoff aufgefärbt werden können.
Auswahl der Pflanzenfarbe für die Stoffart
Stoffe aus tierischer Faser, Wolle und Seide, können mit fast allen Pflanzenfarben gefärbt werden. Bei Stoffen aus Zellulosefasern reduziert sich die Anzahl der möglichen Pflanzenfarben. Leinen- und Hanfstoffe lassen sich schwerer färben als Baumwolle.
Färben der Stoffe mit pflanzlichen Farbstoffen
Damit die Färbung des Stoffs gleichmäßig und nicht fleckig erfolgt, ist das Wichtigste ein großer Topf zum Färben. Das Topfmaterial kann wiederum die Farbtönung beeinflussen. Bei mehreren Kilogramm Stoff wird rasch ein 100 Liter Gefäß (möglichst Email oder Edelstahl) benötigt. Für den Farbstoffauszug als auch zum Färben mit Pflanzenfarben sollte Regenwasser verwendet werden. Der Stoff wird locker in das Färbebad eingelegt und im Färbebad bewegt. Es empfiehlt sich Farbstoffreste die im Färbebad schwimmen zuvor zu entfernen, damit sie sich nicht auf dem Stoff ablagern und Farbflecken verursachen.
Nachbehandlung des Stoffes
Der Stoff wird nach dem Färben gründlich ausgewaschen bis er nicht mehr „blutet”. Damit ist überschüssiger Farbstoff entfernt. Zum Nuancieren kann zum Aufhellen mit einem Tropfen Zitronensäure oder für eine Farbvertiefung mit einem Tropfen Haushaltsammoniak im Spülwasser ausgewaschen werden. Anschließend müssen diese Zusätze wiederum ausgewaschen werden, bevor der Stoff getrocknet wird.
Weitere Informationen
Färberpflanzen für Naturfasern – Wolle und Seide, Baumwolle, Leinen
Pflanzenfarben direkt auffärbbar auf Baumwolle – ohne Beize
Beizen von Naturfasern und Textilien zum Färben mit Pflanzenfarben – Zusammenfassung mehrerer Beizverfahren auf Aluminiumbasis
Baumwoll-Stoff mit Naturfarben färben
06.23.11 | Kommentare deaktiviert
Schwarzrote Stockrose, Alcea rosea var. nigra – ein natürliches Färbemittel
Die Stockrose gehört zu den Malvengewächsen
engl.: Hollyhock, fr.: Rose trémière, it.: Malvone roseo, span.: Malva real
Die Schwarzrote Stockrose, Alcea rosea var. nigra, wurde früher in großem Umfang in Franken angebaut. Sie wurde als Pflanzenfarbe zum Färben von Textilien von Violett bis Graublau aber auch zum Färben von Rotwein und Lebensmitteln und Speisen genutzt. Die getrockneten Blüten von der Schwarzroten Stockrose, Alcea rosea var. nigra, wurden zum Weinfärben von Rotweinen durch Pflanzenfarben von Franken in die Türkei exportiert.
Die Blüten der Schwarzroten Stockrose, Alcea rosea var. nigra, haben von den Stockrosen bei der Färbung von Wolle die stärkste Färbekraft.
In diesem Jahr beginnen in meinem Garten die im vergangenen Jahr ausgesäten Pflanzen zu blühen. Durch die dunkle Farbe sind die Blüten schwer zu fotografieren.
Weitere Informationen
Natürlich färben mit der Stockrose (Alcea rosea)

Informationen zu den Eigenschaften und Färbeverhalten der Stockrose (Stockmalve, Bauernrose), Alcea rosea finden sich in der Leseprobe des Buches “Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin”des Verlages E.Schweizerbart, Stuttgart, Seite 58, 59
06.18.11 | Kommentare deaktiviert
Färben mit Naturfarben
Farbmusterkarte Pflanzenfärbung mit Schilfblüten (Phragmites australis)
Bei den Brauchtumstagen an Pfingsten 2011 im Gruberhof, Groß-Umstadt unter dem Motto „Leute machen Kleider – Kleider machen Leute“ waren neben Spinn-, Webvorführungen, Flachsverarbeitung auch Farbmusterkarten von Christel Hild und Sabine Gummert zu sehen. Im Bild ist die Färbung mit aufgeblühten Schilfblüten auf Ramie, Tussahseide, Mohairwolle, Wolle vom grauen Pommernschaf, Milchschafwolle, Wolle vom Coburger Fuchs-Schaf gezeigt.

Deutlich ist der Einfluss des Fasermaterials auf die Pflanzenfärbung zu erkennen.
Weitere Informationen
Färben mit Schilf (Phragmites australis)
Farbmusterkarte – Pflanzenfarben natürlich gefärbt auf Wolle
06.14.11 | Kommentare deaktiviert
In diesem Jahr steht die Woche der Botanischen Gärten unter dem Motto »Was die Technik von Pflanzen lernen kann – Bionik in Botanischen Gärten«.
Die Ausstellung beginnt in der Woche der Botanischen Gärten vom 11. bis 19. Juni 2011 und wird in 35 teilnehmenden Gärten gezeigt. In einer Reihe von Gärten steht die Bionik-Ausstellung länger zur Verfügung.
Die Bionik nutzt die in der Evolution entstandenen Problemlösungen der Natur für die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte und Technologien. Gerade in den letzten Jahren hat sich Deutschland zu einem weltweit führenden Zentrum der bionischen Forschung entwickelt.
Grundlagen für bionische Neuentwicklungen sind die Biodiversität und die Erforschung des Zusammenhangs von Form, Struktur und Funktion der biologischen Vorbilder. Botanische Gärten haben sich der Erhaltung der Artenvielfalt verschrieben und sind seit vielen Jahren Zentren der bionischen Forschung in Deutschland.
Viele erfolgreiche bionische Produkte, wie Klettverschluss und selbstreinigende Fassadenfarben mit Lotus-Effect®, gehen von Pflanzen als Vorbildern aus und haben Einzug in unser Alltagsleben gehalten.
Im Botanischen Garten Darmstadt werden Führungen durch die Bionik-Ausstellung während des ganzen Sommers für Gruppen und Schulklassen durch den Biologen Martin Zeuch durchgeführt, der die Bionik mit Experimenten und Erläuterungen näherbringt.
(Tel. 06151–31 86 27)

Eröffnung Bionik Ausstellung Botanischer Garten Darmstadt, 09.06.2011
06.12.11 | Kommentare deaktiviert
Färben mit Naturfarbe Campecheholz (Blauholz, Lignum campechianum)
engl.: Log-wood, fr.: bois de campêche, it.: legno di campeggio, sp.: campeggio
Der Blauholzbaum, ein Laubholzbaum, gehört zur Pflanzenfamilie der Johannisbrotgewächse und ist in Zentralamerika und dem nördlichen Teil von Südamerika beheimatet. Er wächst auch in der Nähe der Stadt Campeche, Mexiko, woher der Name stammt. Mit der Erschließung der überseeischen Kolonien wurde Blauholz in Europa importiert Durch seine der hohe Färbekraft und der Eignung die Schwarzfärbung zu verbessern war Blauholz begehrt.
Farbmusterkarte Pflanzenfärbung mit Blauholz-Extrakt (Haematoxylum campechianum)
Bei den Brauchtumstagen an Pfingsten 2011 im Gruberhof, Groß-Umstadt unter dem Motto „Leute machen Kleider – Kleider machen Leute“ waren neben Spinn-, Webvorführungen, Flachverarbeitung auch Farbmusterkarten von Christel Hild und Sabine Gummert zu sehen. Im Bild ist die Färbung mit Blauholzextrakt (Haematoxylum campechianum) auf Ramie, Tussahseide, Mohairwolle, Wolle vom grauen Pommernschaf, Milchschafwolle, Wolle vom Coburger Fuchs-Schaf gezeigt.

Deutlich ist der Einfluss des Fasermaterials auf die Pflanzenfärbung zu erkennen.
Weitere Informationen
Farbmusterkarte – Pflanzenfarben natürlich gefärbt auf Wolle
06.12.11 | Kommentare deaktiviert
Von der Faser zum Gewand
Der Gruberhof, eine alte Hofreite in 64823 Groß-Umstadt, Raibacher Tal 22, wird seit 1987 als Museum und Kulturzentrum genutzt und erfreut sich Jahr für Jahr großen Zuspruchs. Er beherbergt eine überregional bedeutsame und einmalige Sammlung aus Landwirtschaft, Handwerk und Geschichte. Die Brauchtumsveranstaltungen in diesem Jahr stehen unter dem Schwerpunktthema “Leute machen Kleider – Kleider machen Leute” oder: ”Von der Faser zum Gewand.”
Pfingsten 2011 „Leute machen Kleider – Kleider machen Leute“
So. 12. und Mo. 13. Juni 2011, 11.00 bis 18.00 Uhr
Handwerkertage und Eröffnung der Jahres-Sonderausstellung und Sonderaktion
„Leute machen Kleider – Kleider machen Leute“
Sonntag 26. Juni 2011 Spinnen und Weben
Am 26. Juni (Sonntag) geht es ab 11 Uhr mit einem Aktionstag und Vorführungen in der großen Scheune rund ums Spinnen und Weben.
Samstag und Sonntag 27./28. August 2011, Brauchtumstag waschen, bleichen, färben
jeweils von 11 bis 18 Uhr
Auf dem Programm stehen waschen, bleichen, färben, Kraut schneiden, backen, essen – und eine große Modenschau.
06.10.11 | Kommentare deaktiviert
Pflanzenfarben aus Prunus laurocerasus, Kirsch-Lorbeer, Lorbeer-Kirsche
engl.: Cherry laurel, fr.: Laurier-cerise, it.: Lauroceraso, span.: Lauroceraso
Pflanzenfamilie: Rosengewächse (Rosaceae)

Hauptfarbstoff: Flavonoide
Farbstoffe: Kämpferolgykoside, Tannin
Der Kirschlorbeer, Prunus laurocerasus, kommt in Europa und Westasien vor. Er stammt ursprünglich aus Kleinasien. Die ganze Pflanze ist stark giftig. Die Pflanze wird häufig als Hecke in Gärten angepflanzt. Im Frühjahr verströmen die Blüten einen angenehmen Duft. Im Sommer fallen die blauschwarzen, kirschartigen Steinfrüchte auf.
Färben von Wolle
Die Blätter des Kirschlorbeers, Prunus laurocerasus färben grün auf mit Alaun vorgebeizter Wolle. Die ganze Pflanze enthält Giftstoffe – also Gummihandschuhe benutzen. Für 100 g Wolle (Trockengewicht) werden 400 g Blätter benötigt. Die Gerbstoffe enthaltenden Blätter werden über Nacht eingeweicht und am nächsten Tag eine Stunde ausgekocht. Es empfiehlt sich das Auskochen und Färben im Freien auszuführen, damit Blausäuredämpfe ungehindert abziehen können. Kinder sind von der Pigmentgewinnung und dem Färben mit Kirschlorbeer fernzuhalten.
Die Früchte ergeben ein Grauviolett, das wenig lichtecht ist – also nicht empfehlenswert.
Kulturelle Verwendung
Aus den Blättern können mandelartige Duftstoffe für die Parfümerie gewonnen werden. Das Holz kann für Drechselarbeiten genutzt werden.
Die frischen Blätter, mit einem möglichst hohen Anteil an Blausäure, können in der Restauration beim Aufweichen oder Geschmeidigmachen organischer Materialien – ohne dabei Wasserschäden zu verursachen – verwendet werden.
Medizinische Verwendung
Prunus laurocerasus wurde bei der Behandlung von Husten und Keuchhusten verwendet. Prunus laurocerasus findet auch in der Homöopathie Verwendung.
06.04.11 | Kommentare deaktiviert
Kalmia latifolia, Berg-Lorbeer, Lorbeerrose
engl.: Mountain laurel, fr.: Kalmia , it.: Kalmia, Lauro d’America, span.: Kalmia
Pflanzenfamilie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Herkunft: Nordamerika, teilweise in England und Deutschland verbreitet

Färbeeigenschaften
Die frischen Blätter des Berglorbeers färben alaungebeizte Wolle braun. Chromgebeizte Wolle färbt gelb. Aus Umweltschutzgründen sollte auf die giftige Chrombeize verzichtet werden.
Die zerkleinerten Blätter werden über Nacht in Wasser eingeweicht und anschließend ein bis zwei Stunden ausgekocht. Die Blätter des Berglorbeers färben keine Baumwolle.
Die Färbung auf Wolle erzielt eine gute Waschbeständigkeit. Die Lichtechtheit ist mäßig.
Giftigkeit
Die Blätter des Berglorbeers sind giftig.
Kulturelle Verwendung
Aus dem feinen Holz des Berglorbeers wurden Tabakpfeifen, Holzlöffel und Weberschiffchen hergestellt
Medizinische Verwendung
Ein Aufguss der Blätter wurde bei Hautkranheiten und -entzündungen verwendet.
Kalmia latifolia wird in der Homöopathie verwendet.